Code of Conduct des Bärlin Pedäl Bättle
1. Selbstverständnis
Das Bärlin Pedäl Bättle (BPB) versteht sich als offene, solidarische und diskriminierungssensible Ver-
anstaltung. Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Identitäten, Erfahrungen und Bedürfnis-
sen sollen die Möglichkeit haben, gemeinsam an der Veranstaltung teilzunehmen, ohne Angst vor
Diskriminierung, Belästigung oder Gewalt haben zu müssen.
Das BPB bewegt sich an der Schnittstelle von Fahrradkultur, LARP- und Mittelalter-Szene, urbanem
Sport, Kulturveranstaltung und sozialem Miteinander. Gerade weil diese Räume häufig informell or-
ganisiert sind, braucht es klare gemeinsame Regeln und Strukturen.
Awareness bedeutet für uns:
- aufmerksam gegenüber den eigenen Grenzen und denen anderer zu sein
- Verantwortung füreinander zu übernehmen
- Diskriminierung aktiv entgegenzutreten
- Betroffene von Grenzüberschreitungen zu unterstützen
- Konflikte möglichst frühzeitig und deeskalierend zu bearbeiten
Awareness ist keine Polizei. Awareness schafft Möglichkeiten, Konflikte, Unsicherheiten und Grenz-
verletzungen respektvoll zu bearbeiten.
Wir verstehen Sicherheit nicht ausschließlich als Aufgabe von Security oder Veranstaltungsleitung,
sondern als gemeinsame Verantwortung aller Beteiligten.
Dieser Code of Conduct gilt für sämtliche Bereiche und Veranstaltungen des BPB e.V. für alle
Teilnehmenden, Besucherinnen, Helferinnen, Künstlerinnen, Ausstellerinnen und Organi-
sator*innen.
Mit der Teilnahme an einer der Veranstaltungen des BPB e.V. erklärst du dich mit diesen Regeln
einverstanden.
2. Respektiere andere Menschen
Wir erwarten einen wertschätzenden Umgang unabhängig von:
- Geschlecht oder Geschlechtsidentität
- sexueller Orientierung
- Herkunft
- Hautfarbe
- Religion oder Weltanschauung
- Behinderung
- Neurodivergenz
- Alter
- Körperform und Aussehen
- Sprache
- sozialem Hintergrund
Unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und Bedürfnisse bereichern unsere Gemein-
schaft.
3. Diskriminierung hat keinen Platz
Diskriminierendes Verhalten wird nicht akzeptiert. Ebenso unerwünscht sind:
- rassistische, antisemitische, abwertende oder auf andere Weise diskriminierende Kom-
mentare - diskriminierende Witze
- stereotype Zuschreibungen
- beleidigende Sprache
- einschüchterndes Verhalten
Auch wenn etwas als „Spaß“ gemeint ist, kann es verletzend wirken.
4. Nur Ja heißt Ja
Konsens ist die Grundlage aller zwischenmenschlichen Interaktionen.
Das bedeutet:
- Berührungen erfolgen nur mit Zustimmung.
- Flirten ist nur dann okay, wenn Interesse erkennbar ist.
- Ein Nein wird akzeptiert.
- Ein Vielleicht ist kein Ja.
- Schweigen ist kein Ja.
- Zustimmung kann jederzeit zurückgezogen werden.
Grenzen anderer Menschen müssen respektiert werden.
5. Keine Belästigung
Belästigungen jeder Art werden nicht toleriert. Dazu gehören:
- unerwünschte körperliche Annäherungen oder ungefragtes Anfassen
- sexualisierte Kommentare
- anzügliche Bemerkungen
- wiederholtes Ansprechen trotz Ablehnung
- Nachlaufen oder Verfolgen
- unerwünschte Nachrichten
- Einschüchterungen
- Stalking
Wenn jemand signalisiert, in Ruhe gelassen werden zu wollen, respektiere das.
6. Achte auf deine Sprache
Worte können verletzen. Wir wünschen uns eine respektvolle Kommunikation auf Augenhöhe.
Beleidigungen und Schreien gehören nicht dazu. Kritik wird sachlich und konstruktiv geäußert.
Respektvoll heißt auch, dass Menschen möglichst geschlechtsneutral angesprochen werden,
z.B. Vorname, Person, Teilnehmende, Helfer*in. Oder man fragt die Person einfach, wie sie an-
gesprochen werden möchte.
7. Bleibe ruhig
Konflikte werden möglichst ruhig, respektvoll und lösungsorientiert geführt. Wenn du eine
Pause brauchst, um kurz runterzufahren, geh und trink Wasser. Das Gespräch kann später fort-
gesetzt werden.
8. Wettbewerb ist keine Entschuldigung
Das BPB beinhaltet sportliche und spielerische Wettbewerbe. Es ist klar, dass es dabei auch zu spielerischer Gewalt in der Arena kommen kann, die der Unterhaltung des Publikums dienen soll.
Trotzdem gilt: Fairness geht vor Ehrgeiz. Nicht akzeptiert werden:
- Bedrohungen, aggressives Verhalten oder Einschüchterungen, die nicht im Konsens des
Spiels geschehen oder über ein angemessenes Maß hinaus geäußert werden. - Sexualisierte Gesten in der Arena (z.B. Dry Humping oder Penetrationsanspielungen mit
Pokalen, Lanzen etc.)
9. Bekleidung, Körperfreiheit und gegenseitiger Respekt
Das Bärlin Pedal Bättle versteht sich als offene und vielfältige Veranstaltung. Menschen sollen
sich so kleiden können, wie sie sich wohlfühlen und ausdrücken möchten.
Gleichzeitig bewegen wir uns in einem gemeinsamen Raum, in dem unterschiedliche Bedürf-
nisse, Grenzen und Wohlbefinden berücksichtigt werden müssen.
Daher wünschen wir uns im öffentlichen Veranstaltungsbereich eine Bekleidungspraxis, die
Rücksicht auf alle Anwesenden nimmt.
Insbesondere gilt:
Schrödingers Schlüppa
- Wir möchten nicht durch Beobachtung feststellen müssen, ob jemand Unterwäsche trägt oder nicht.
- Bekleidung sollte im öffentlichen Veranstaltungsbereich ausreichend bedecken, was allgemein als Intimbereich verstanden wird.
Shirt-Policy
- Für die Arena, Zuschauer*innenbereiche und andere zentrale Veranstaltungsflächen wird Oberbekleidung grundsätzlich erwartet.
- Teams und Helfende gehen mit gutem Beispiel voran.
- Bei hohen Temperaturen oder körperlicher Belastung sind Ausnahmen in der Boxengasse und im Teambereich möglich.
10. Alkohol und andere Substanzen
Viele Menschen feiern unterschiedlich. Das BPB verurteilt niemanden für Konsumentschei-
dungen während der Veranstaltung solange sie nicht gegen geltende Gesetze verstoßen.
Gleichzeitig gilt:
- In der Arena gilt das Regelwerk.
- Kinderschutz ist nicht verhandelbar.
- Konsum ist keine Entschuldigung für Grenzüberschreitungen.
- Konsum ist keine Entschuldigung für Gewalt.
- Konsum ist keine Entschuldigung für diskriminierendes Verhalten.
Achte auf dich und auf andere.
11. Achte auf dein Umfeld
Awareness ist nicht nur Aufgabe des Awareness-Teams.
Alle tragen Verantwortung. Wenn du bemerkst, dass jemand bedrängt wird, Hilfe benötigt, ver-
loren wirkt, überfordert erscheint, diskriminiert wird – dann schau nicht weg.
Manchmal reicht bereits die Frage:
„Hey, ist alles okay bei dir?“
12. Schutz von Kindern und Jugendlichen
Kinder und Jugendliche verdienen besonderen Schutz.
Wir erwarten respektvollen Umgang, erhöhte Aufmerksamkeit und verantwortungsvolles Han-
deln.
Verdächtige Situationen sollten dem Awareness-Team, der Security oder der Veranstaltungslei-
tung am Tor oder an den Crew-A-Points gemeldet werden.
13. Fehler dürfen angesprochen werden
Menschen machen Fehler. Wenn dir jemand mitteilt, dass dein Verhalten verletzend war:
- höre zu
- werde nicht sofort defensiv
- versuche zu verstehen
- übernimm Verantwortung
Nicht jede Grenzüberschreitung geschieht absichtlich.
Die Bereitschaft zur Reflexion ist Teil einer respektvollen Veranstaltungskultur.
Wir erwarten nicht, dass alle alles wissen. Wir erwarten aber die Bereitschaft: - zuzuhören
- Kritik anzunehmen
- aus Fehlern zu lernen
14. Umgang mit Konflikten
Konflikte gehören zum menschlichen Miteinander.
Wir wünschen uns:
- direkte und respektvolle Kommunikation
- Deeskalation statt Eskalation
- Unterstützung durch Awareness bei Bedarf
Konflikte müssen nicht allein gelöst werden.
15. Unterstützung erhalten
Wenn du Unterstützung brauchst:
- sprich das Awareness-Team an
- kontaktiere die Veranstaltungsleitung
- wende dich an Crew-A-Points
Du musst eine Situation nicht allein bewältigen. Wir nehmen jedes Anliegen ernst.
16. Konsequenzen
Verstöße gegen diesen Code of Conduct können Konsequenzen haben.
Je nach Situation können dies sein:
- Gespräch mit Awareness oder Orga
- Verwarnung
- Ausschluss aus einzelnen Bereichen
- Ausschluss von einzelnen Wettbewerben oder Side Events
- Ausschluss von der gesamten Veranstaltung
- Hausverbot
- Einschaltung von Rettungsdienst oder Polizei
Die Veranstaltungsleitung behält sich entsprechende Maßnahmen vor.
Unser gemeinsames Ziel
Das Bärlin Pedal Bättle soll ein Ort sein, an dem Menschen gemeinsam fahren, feiern und sich
begegnen können – unabhängig davon, wer sie sind, woher sie kommen oder wie sie leben.
Eine gute Veranstaltung entsteht nicht allein durch die Organisation.
Sie entsteht durch alle, die daran teilnehmen.
Danke, dass du dazu beiträgst.